Der deutsche Caravaning Industrie Verband (CIVD) vermeldet Quartalsumsätze, die nicht den (hohen) Erwartungen entsprechen. Da kann ein bisschen Werbung für die Branche nicht schaden. Deshalb hat der CIVD zwei Image-Clips produziert, die Menschen für die mobile Urlaubsform gewinnen soll.
Natürlich ist es schwierig, Caravaning in einem 20 Sekunden Spot gut rüber zu bringen. So schlecht ist das den Machern des Clips auch gar nicht gelungen, wie finde. Wobei mir der Film mit dem Caravan besser gefällt als der mit dem Reisemobil. Wie gefallen euch die Clips?
Zugegeben, es ist nicht einfach, ansprechende Werbung für Caravans und Reisemobile zu erstellen. Zu gering sind die Unterschiede von Fahrzeug zu Fahrzeug, von Marke zu Marke, von Jahr zu Jahr. Da gibt es einfach nicht bei jedem Wohnwagen ein Alleinstellungsmerkmal, wie es Werber gerne hätten. Zudem ist natürlich auch bekannt, dass es bei Werbung ohnehin mehr um Emotionen geht als um das Produkt an sich. Aber im Beispiel des Adria Astella Glam haben die Slowenen doch schon ziemlich dick aufgetragen.
Der Astella Glam, der Name suggeriert es bereits, möchte Glamour vermitteln und bietet hierfür auch ein paar hübsche Kleinigkeiten wie das Bose Soundsystem, um nur ein Beispiel zu nennen. Diesen Glamour möchte man natürlich auf den Produktfotos auch vermitteln. Und dazu haben die Fotografen aus dem Vollen geschöpft: Holzdeck, Blumentöpfe, Laternen und… eine komplette Rattan-Lounge für vier Personen inkl. passendem Tisch und Sitzbezügen. Wow! Das Bild sieht hammermässig aus, das muss man sich erst mal genüsslich reinziehen.
Nur sieht das Bild auch hämmermässig aus, wenn man anstelle des Astella Glam ein Fahrzeug von Hobby, Hymer oder Westfalia hinstellen täte. Oder noch besser, ganz ohne Freizeitfahrzeug, einfach eine Lounge draussen in der Natur. Das Fahrzeug ist auf diesem Bild nicht nur komplett weg vom Fokus, es ist schon fast störend. Mit Camping hat das schliesslich nix zu tun. Ein krasses Beispiel dafür, dass es bei Werbung eben gar nicht ums Produkt geht, sondern um Emotionen. Einfach für die, die sich dessen bislang nicht bewusst waren. :-)
Sehr sympathisch, wie Bürstner auf YouTube in kurzen Filmen einzelne Mitarbeiter und ihre Arbeitsbereiche vorstellt. Das macht ein Unternehmen irgendwie greifbarer, menschlicher. Nun dürfte das Ganze noch etwas weniger Werbung sein und dafür mehr konkrete Einblicke geben, dann wär’s nahezu perfekt. :-)
Viel aufwändiger lässt sich ein Werbefilm für ein Reisemobil kaum mehr gestalten. Dem Flair 4.0 hat Niesmann + Bischoff einen Imagefilm der Extraklasse spendiert. Die Ähnlichkeit zu 007 ist dabei nicht ungewollt entstanden, wenngleich es mit der Action und Spannung nicht ganz so weit her ist. Die erzählte Geschichte ist zwar nicht gerade mit Tiefgang gesegnet, aber da bieten James Bond und & Co nicht wesentlich mehr. Film ab für den Flair.
Wie ein richtig schönes Wohnmobil auszusehen hat, darüber scheiden sich wohl die Geister. Wenn man den auf dieser Abbildung gezeigten Niesmann+Bischoff Flair als aussergewöhnlich bezeichnet, dann dürften die meisten Leserinnen und Leser wohl zustimmen. Die Bemalung macht’s aus, stimmt. Doch wie kommt sie auf diesen bald fünfzehnjährigen Flair? Und warum? Eine monatelange Geschichte, die wir hier gerne in wenigen Absätzen in Zeitraffer erleben wollen.